Birnen im Schnee

Einsamkeit und Zuversicht in Franz Marcs Hocken im Schnee    Das ereignisreiche Jahr 1911 begann in Sindelsdorf kalt und frostig, jedoch mit großer Energie und Schaffensfreude. "Du kannst dir kaum vorstellen, wie wunderbar schön der Winter in diesen Tagen hier ist, schleierloses Sonnenlicht u. dabei den ganzen Tag Rauhreif; sehr kalt, aber von jener schönen, … Birnen im Schnee weiterlesen

In deinen tiefen Tieren aber …

Franz Marcs Vier Füchse, 1913     III. In deinen tiefen Tieren aber,  Aus feuchten Augen gleichen Geistes dunkelnd, Warst du mir ebenbürtig, Wald!  O, dein Geschöpf zu sein, Nichts als ein Ton der Erde, Der Schmetterling ein bunter Tropfen Sonne, Und schlanke Füchse Mit starkem Blut aus nahen Büschen fühlen: Hingabe sein und brüderlicher … In deinen tiefen Tieren aber … weiterlesen

Zwetschgendatschi Blaues Land

Wie bei Kaffee und Zwetschgendatschi der Blaue Reiter  seinen Namen bekam     Der heiße Sommer 1911 verabschiedete sich in diesen Tagen mit einem herrlichen Spätsommerwetter. Aus einem der geöffneten Fenster im ersten Stock wehte ein feiner Zimtduft hinaus in den Sindelsdorfer Garten. Franz Marc schloß für einen kurzen Moment die Augen, atmete den warmen Duft des … Zwetschgendatschi Blaues Land weiterlesen

Zerbrechliches Idyll

Reh im Klostergarten, 1912     II. Seit ein paar Tagen begleiten mich Franz Marcs Rehe im Klostergarten, entstanden 1912, stehend auf meinem Arbeitstisch, während ich immer tiefer in  die Lebensgeschichte von Franz und Maria Marc eintauche. Mit kleinen Schritten nähere ich mich ihren Persönlichkeiten, lesend recherchierend und die Ereignisse ihrer Jahre auf Karteikarten notierend, die ich … Zerbrechliches Idyll weiterlesen

Franz und Maria – Eine Liebe zwischen Utopie und Apokalypse

Der Briefwechsel zwischen Franz und Maria Marc     Das Fenster steht offen, an diesem warmen Spätsommertag. Eine leichte Brise lässt seine Vögel, die über meinem Kopf, im Schnürboden baumeln, sachte ins Schwingen geraten. Wenn sich nur meine Gedanken ebenfalls von dem Sommerlüftchen bewegen ließen! Von draußen dringen wie von fern die Stimmen der Nachbarn … Franz und Maria – Eine Liebe zwischen Utopie und Apokalypse weiterlesen

So weit uns die Schwingen tragen!

I. Eine Art Prolog.  Ein kräftiger, durch die Lüfte ziehender Flügelschlag, alles strebt nach oben, dem Licht entgegen, Grenzen überwindend. Ein flirrendes Schwirren und Flattern liegt in der Luft, ein Zittern, ein Beben. Die Vögel von Franz Marc, an der Schwelle der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts entstanden, gehören für mich zu den eindringlichsten Werken des Expressionisten Marc, … So weit uns die Schwingen tragen! weiterlesen

Stefan Zweig – Der große Europäer und seine Zeit

Meine literarische Entdeckungsreise durch die Welt von Gestern      Die berühmte Schachnovelle oder seine Lebenserinnerungen Die Welt von Gestern, beides in viele Sprachen übersetzt, zählen zu den Werken der großen Literatur des 20. Jahrhunderts und werden bis heute überall auf der Welt gelesen. Seine funkelnden Sternstunden der Menschheit historische Miniaturen, fein in der Sprache, … Stefan Zweig – Der große Europäer und seine Zeit weiterlesen

Memento mori – Der Tod in Mozarts „La clemenza di Tito“

Bilder der Cherub-Szenen in meiner Clemenza-Inszenierung (2018)       Der Tod spielt in Mozarts letzter Oper La clemenza di Tito eine zentrale Rolle. Es scheint, als ob jemand unsichtbar die Fäden in der Hand hält und die Menschen, die wie Puppen  an den Fäden hängend, nach seinem Willen agieren lässt. Die Menschen handeln in der Clemenza zumeist gegen ihren … Memento mori – Der Tod in Mozarts „La clemenza di Tito“ weiterlesen

Treffpunkt für Getriebene

Der Bühnenraum für La clemenza di Tito, Oper Schloss Maxlrain 2018       Der sich nach hinten verengende, im schwarzen Nichts verlierende Bühnenkasten hat sich im Laufe der Konzeption zu einem öffentlichen Raum entwickelt: eine Art Vorzimmer oder Flur in einem öffentlichen Gebäude, von dessen jeweiligen Längsseiten Türen in die angrenzenden Zimmer und Gemächer … Treffpunkt für Getriebene weiterlesen

Der Schimpfle-Engel als Inspiration für den Cherub in Mozarts „Clemenza“

Ein Fundstück       In meinem Bilderarchiv entdeckte ich während den Vorbereitungen zu meiner Inszenierung La clemenza di Tito für die Oper Schloss Maxlrain (2018) diese Aufnahme einer Engelsskulptur des Künstlers Jochen Schimpfle-Andresen, die mir auf einem Spaziergang durch Überlingen a. Bodensee im Januar 2016 begegnete. In Verbindung mit dem berühmten Kleist-Zitat, über das verriegelte … Der Schimpfle-Engel als Inspiration für den Cherub in Mozarts „Clemenza“ weiterlesen