Briefe an Milena

Eine literarische Begegnung mit Franz Kafka und Milena Jesenská

 

Es liest Michael Stacheder

„… eben hat der zwei Tage und eine Nacht dauernde Regen aufgehört, wahrscheinlich zwar nur vorübergehend, immerhin ein Ereignis wert gefeiert zu werden und das tue ich indem ich Ihnen schreibe“ – Kafkas erster Brief an Milena beginnt wie ein Roman – zusammen gelesen werden alle seine Briefe an diese Frau zu einem Liebesroman, einer Orgie an Verzweiflung, Seligkeit, Selbstzerfleischung und Selbsterniedrigung.
Im Herbst 1919 hatte Franz Kafka die Journalistin Milena Jesenská kennengelernt. Milena lebte in Wien in einer „sich allmählich auflösenden Ehe“, Franz Kafka war in Prag zu Hause; Begegnungen waren nur zeitweise möglich. Briefe mussten die Trennung überbrücken – sie wurden zu Dokumenten einer sich entwickelnden Leidenschaft. (Klappentext der Taschenbuchausgabe „Briefe an Milena“, erschienen im S. Fischer Verlag  Frankfurt a. Main) 

„Oh, Franz Kafka. Das ist aber schwere Kost.“ „Doch nicht Kafka!“ „Mit Kafka wurde ich nie warm.“ Ach herje, Kafka! Seine Texte sind ja alle so depressiv und schwermütig.“ Diese Reaktion bekam ich in den letzen Wochen öfters zu hören, wenn ich erzählte, dass ich mich endlich näher mit Franz Kafkas Leben und seinem literarischen Schaffen auseinandersetzen möchte. Franz Kafka ist Leidenschaft, Poesie und Radikalität. Kaum ein literarisches Werk hat die Gegenwartsliteratur so nachhaltig beeinflusst. 

Es wird tatsächlich meine erste künstlerische Auseinandersetzung mit Franz Kafka. Ich habe mir dafür seine berühmten und in die Literaturgeschichte eingegangenen „Briefe an Milena“ ausgesucht. Zusammen mit den Briefen von Franz Kafka und einer Auswahl von Texten der Journalistin und Widerstandskämpferin im „Dritten Reich“ Milena Jesenská möchte ich dem Publikum zwei außergewöhnliche Persönlichkeiten der literarischen Moderne näher vorstellen. 

Im Repertoire. 

Termine für Lesungen jederzeit auf Anfrage möglich.