Heilige Nacht

Eine Weihnachtslegende von Ludwig Thoma (1867-1921)

Gelesen von Michael Stacheder

Mit der Vertonung der Gesänge zur Heiligen Nacht 
von Max Eham (1915-2008)

Vokalensemble Katharina Wittmann (Sopran), Anette Speckbacher (Alt), Richard Eschlbeck/Tobias Gründl (Tenor) und Hubert Dobl (Bariton)

Katharina Wittmann (Gitarre), Markus Speckbacher (Klavier)

 

Im Dezember 1915, Ludwig Thoma war aufgrund einer Ruhr-Erkrankung von der Ostfront des Ersten Weltkriegs in sein Haus auf der Tuften am Tegernsee zurückgekehrt, entstanden wohl auf einer Winterwanderung in den Bergen die ersten Textideen zur Heiligen Nacht, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Mit ungewohnt leisen, ehrlichen Tönen und einem ganz eigenen bairischen Dialekt erzählt Ludwig Thoma die wunderbare Weihnachtslegende nach, die bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat.

Seit ihrer Erstveröffentlichung 1917 wird diese stimmungsvolle Weihnachtsgeschichte von bayerischen Schauspielerinnen und Schauspielern vorgetragen und immer wieder aufs Neue entdeckt. Diese Tradition fortsetzend, las ich in der Adventszeit 2017 zum ersten Mal die Heilige Nacht und stellte damit meine Interpretation dem Publikum vor.

„Ein wertvolles Buch“, so urteilte Ludwig Thoma selber in einem Brief an seinen Freund Conrad Haußmann Mitte 1916 über die Entstehung seiner Heiligen Nacht. Er habe „das Buch mühelos geschrieben, und hatte niemals darum Sorge zu tragen, dass der Ton echt blieb“, so Ludwig Thoma im Dezember des gleichen Jahres an Georg Heim. „Ich selber erlebte an dem Kindlein nur Erquickliches.“ „Kein Werk Thomas unterliegt solchen Fehleinschätzungen wie die Heilige Nacht. Als er sie schrieb, hatte Thoma alles verloren“, so der Biograf Martin A. Klaus in seiner 2017 erschienen Ludwig-Thoma-Biografie „Ein erdichtetes Leben“.
Wissend vor diesem Hintergrund habe ich versucht, in meiner Interpretation der Heiligen Nacht Neues zu entdecken und dem Text einen Raum zu geben, der frei von jeder falscher Sentimentalität und Seligkeit ist, der es 
dem Zuhörer aber erlaubt, hinter die Figuren und somit auch hinter die Fassade des Ludwig Thoma zu blicken. 

Vielleicht müssen wir alle ein wenig ärmer werden, um wieder reicher zu werden.
Horaz

Während unserer Aufführung erklingen die Gesänge zur Heiligen Nacht, die Ludwig Thoma als kommentierende und begleitende Zwischentexte gedacht hat und die in unserer Aufführung in einer selten zu hörenden Vertonung von Prof. Max Eham, Domkapellmeister in Freising und München, von einem Vokalensemble gesungen werden. Für dieses Ensemble konnten namhafte Solistinnen und Solisten aus der Region gewonnen werden:
Katharina Wittmann (Sopran), Anette Speckbacher (Alt), Richard Eschlbeck/Tobias Gründl (Tenor) und Hubert Dobl (Bariton). Neben den Gesängen zur Heiligen Nacht werden adventlich gestimmte Konzertstücke für Gitarre (Solistin: Katharina Wittmann) das Programm ergänzen. Begleitet wird das Ensemble von Markus Speckbacher am Klavier.

Jetzt, Leuteln, jetzt loost’s amal zua!
Mei Gsangl is wohl a weng alt,
Es is aba dennascht schö gnua.
I moan, daß ’s enk allesamm gfallt.
Ludwig Thoma

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Inmitten des Vokalensembles (v.l.n.r. Markus Speckbacher, Michael Stacheder, Anette Speckbacher, Hubert Dobl und Katharina Wittmann) im November 2017

 

Es mag mir vielleicht als Rührseligkeit ausgelegt werden, wenn ich gestehe, daß ich die „Heilige Nacht“ beim Lesen so empfinde, als säße ich als Kind wieder daheim in der warmen Stube und sähe all das Göttliche dieser Legende so menschlich und geheimnisvoll, als wär’s etwas, das jedem von uns geschehen könnte.
Oskar Maria Graf

 

 

Besetzung Michael Stacheder (Sprecher) + 4 MusikerInnen
Aufführungsdauer 70 Minuten Keine Pause
Tantiemen frei! 

Zeitraum für Lesungen
vom 1. Dezember bis 23. Dezember 2019
Aufführungen der Heiligen Nacht im Dezember 2019 ab sofort auf Anfrage buchbar.

Honorar auf Anfrage.