Die Weiße Rose – Aus den Archiven des Terrors

Schauspiel von Jutta Schubert

Uraufführung
Eine Inszenierung mit dem Junges Schauspiel Ensemble München (2004/2008)

 

 

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In der Münchner Studentenkompanie begegnen sich im Jahre 1940 die beiden Medizinstudenten Hans Scholl und Alexander Schmorell. Aus der intensiven und ungewöhnlichen Freundschaft der beiden jungen Männer und ihrer kritischen Einstellung zum herrschenden Regime erwächst der zunächst passive, dann aktive Widerstand gegen den Nationalsozialismus, der unter dem Namen „Die Weiße Rose“ berühmt werden sollte. Was mit einem getippten Flugblatt begann, wird zu einer gedanklichen Macht, die sich vorgenommen hat, den Nationalsozialismus zu stürzen. Am 18. Februar 1943 wird Hans Scholl zusammen mit seiner Schwester Sophie, beim Auslegen des VI. Flugblattes von der Gestapo in der Universität München verhaftet. Ein paar Tage später, am 22. Februar 1943 werden Hans und Sophie Scholl, zusammen mit dem Freund Christoph Probst vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am selben Tag durch das Fallbeil ermordet.

Michael Sacheders Inszenierung trägt nicht nur zur Würdigung und Erinnerung an die Weiße Rose als Widerstandsgruppe, als ein Stück Deutscher Geschichte bei, sondern will der Frage nachgehen, wer die jungen Menschen waren, die nicht nur von einem besseren Deutschland träumten, sondern sich aktiv dafür einsetzten und konzentriert sich auf die Menschen und Persönlichkeiten hinter den historischen Figuren.

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Pressestimmen

„Das Schicksal von Hans und Sophie Scholl und ihren Mitstreitern im Widerstand ist hinlänglich bekannt, wird aber selten so dicht an den Menschen entlang erzählt wie in dem Stück der Stuttgarter Autorin Jutta Schubert … Der junge Regisseur Michael Stacheder empfiehlt sich als viel versprechendes Talent. Die unaufgeregte Souveränität, mit der er das gute Dutzend Personen durch den vom allmählichen Einsickern totalitärer Ideologie und totalen Krieges geprägten Alltag der 1940er Jahre navigiert, ist beeindruckend.“ (Münchner Abendzeitung)

„Unheilschwangere metallische Schläge, dazu fliehende Schritte der Darsteller mit Koffern: Gehetzte Blicke versuchen schweigend einander auszuweichen. (…) Damit sind die Segel auf den Kurs einer klassischen Tragödie gesetzt, das fatale Ende ist klar. Umso überraschender ist es, dass sich das Spiel viel Zeit nimmt, die Jugendlichen in ihrer Lebenswirklichkeit ernst zu nehmen. Was hier unter den fantastischen Schauspielern geliebt und gestritten, gelacht und getanzt wird!“(…) „Packende Momente erfährt die Inszenierung durch die intensiv spürbare Atmosphäre der Bedrohung, die sich nicht nur durch Einspielungen von Fliegerangriffen und Marschmusik vermittelt, sondern vor allem durch die Mimik der Darsteller. Das Stück führt den Zuschauer immer dichter in den Strudel des zwingenden So-Handeln-Müssens hinein. Ein kategorischer Imperativ ohne Zeigefinger, dafür mit Ausflippen zur Swingmusik und mit jugendlicher Explosivkraft: beeindruckend.“
(Münchner Merkur)

„Alle Schauspieler zeigen neben hervorragenden Einzelleistungen vor allem eine großartige Ensemblearbeit!“
(Süddeutsche Zeitung)

„Das vorwiegend junge Publikum ist begeistert. So still war es noch kaum je bei einer Vorstellung mit Schülern. … Michael Stacheder (Regie) führt die vorwiegend jungen Darstellerinnen und Darsteller behutsam und sicher. Jede Figur ist fein herausgearbeitet, und doch sticht keine hervor. Das Ensemble steht im Vordergrund, nicht der einzelne Darsteller. Auf die Licht- und Tonregie wurde besonders Wert gelegt. Die einzelnen Szenen werden in Licht getaucht, dann verlischt dieses, um einen Zeitsprung anzudeuten. … (Berner Zeitung)

„Das Publikum dankt mit minutenlangem Applaus.“ (Bayerischer Rundfunk)

„Stell Dir vor, es ist Theaterabend und alle gehen hin!“ Zum Start in die Herbst-Winter-Saison konnte man diesen  Eindruck gewinnen , denn im Foyer der Leutkircher Festhalle drängten sich schon vor der Einführung in das Stück die Besucher. … alles wird von Regisseur Michael Stacheder … mit zunehmender Intensität erzählt. Eine mitreißende Vorstellung, nicht zuletzt auch dank der Schauspieler, die nach der Pause begeistert begrüßt und zum Abschied überschwänglich beklatscht wurden.“
(Schwäbische Zeitung)

 

Regie, Bühne und Kostüme Michael Stacheder

Uraufführung 30. September 2004, Reithalle München
Premiere der Neueinstudierung
10. April 2008, Kulturhaus Bosco Gauting