Medea

von Seneca 
Deutsch von Udo Segerer

Eine Inszenierung mit dem Junges Schauspiel Ensemble München (2006/2009)

 

JSEM_Medea_Feuervogel

 

In Jolkos herrscht Pelias, der seinen älteren Bruder und rechtmäßigen König ermordet hat. Als Jason die Rückgabe des väterlichen Thrones fordert, fasst Pelias den Entschluss, ihn aus dem Weg zu räumen. Mit einer List bringt er seinen Neffen dazu, den Auftrag zu übernehmen, das Goldene Vlies, das von einem Drachen bewacht wird, aus Kolchis heimzuholen. Auf der Argo, dem der Sage nach von Athene selbst erbautem Schiff, reist Jason mit den größten Helden Griechenlands nach Kolchis. Hier begegnet er der Königstochter Medea, sie verlieben sich ineinander. Mit ihrer Hilfe, ihren Zauberkräften, gelingt es Jason, das Fell des Widders zu erbeuten. Medea flieht mit Jason aus ihrer Heimat, fort von ihrer Familie, an der sie Verrat begangen hat. Um ungehindert fliehen zu können, tötet sie ihren Bruder Absyrtus, zerstückelt ihn und zerstreut seine Leichenteile im Meer. Zurück in Jolkos verweigert Pelias Jason trotz der bestandenen Prüfung den Thron. Medea bringt ihn durch List zu Tode. Aus Angst vor der Rache der Verwandten des Ermordeten fliehen sie nach Korinth. Hier leben sie mit ihren zwei gemeinsamen Kindern, bis sich Jason entscheidet, Medea zu verlassen, um Creusa, die Tochter des Königs von Korinth zu heiraten. Medea soll verbannt werden, kann sich aber von Creon die Frist eines Tages erkämpfen. Sie nutzt die Zeit: Sie lässt ihre Kinder Creusa ein vergiftetes Brautkleid überreichen. Als sie es anlegt, geht es in Flammen auf. Dann tötet Medea ihre Kinder.

 

Pressestimmen

„Stacheder holte das Drama um die zauberkundige Mörderin Medea aus dem mythischen Dunst der dionysischen Weihespiele heraus und setzte das ewig Menschliche als überzeitliche Problematik urreligiöser Erzählungen in unsere Zeit … Die Titelheldin war mit Ulrike Dostal hervorragend besetzt.“
(Allgemeine Zeitung Rheine)

„Sensationell erregend und aktuell. Ein grandioser Auftritt. Bravo!“
(Münstersche Zeitung)

„Mit einer völlig neuen Übersetzung des Seneca-Textes wagt Regisseur Michael Stacheder den schwierigen Spagat zwischen Tradition und Moderne und zeigt die ganze Bandbreite menschlicher Leidenschaften auf. … In der Rolle der Medea brilliert Ulrike Dostal, die als Racheengel die Zuschauer in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt und auf eine Achterbahnfahrt der Emotionen mitnimmt. Ob melancholisch-zerbrechlich oder physisch-expressiv, Dostal lässt ihre Medea zwischen tiefer Trauer, verletztem Stolz und wilder Raserei schwanken und erschafft eine starke Frau, die voller Pathos steckt.“
(Langener Zeitung)

„Eindrucksvoll gespielt. Ausdrucksstark und untermalt von mystischen Lichteffekten, ließ das Stück die Zuschauer tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken.“
(Schwarzwälder Bote Nagold)

 

Regie, Bühne und Kostüme Michael Stacheder

 

Erstaufführung der Übersetzung am 20. April 2006 Reithalle München
Premiere der Neueinstudierung am 3. Dezember 2009 in der Stadthalle Rheine
Wiederaufnahme in München am 29. Januar 2010 Kleines Theater Haar